
Tritt Schwindel auf, so kann die Durchführung eines Kopf-Impuls-Tests (engl. Head Impulse Test HIT) Sinn machen, um zu prüfen, ob das Problem im peripher vestibulären System liegt. Mit dem HIT wird der vestibulookuläre Reflex VOR bei plötzlicher Kopfbewegung gemessen. Geprüft wird, ob der Patient bei Kopfauslenkung mit den Augen einen Punkt fixieren kann. Das Auge muss sich also mit gleicher Winkelgeschwindigkeit aber in entgegengesetzter Richtung zur Kopfdrehung bewegen, um einen Punkt zu fixieren. Bei Patienten mit Funktionsstörung folgen die Augen der Kopfbewegung und der Blick muss anschliessend wieder ausgeglichen werden und auf das Ziel zurückgestellt werden („Rückstellsakkade“). Beim vHIT können nicht nur alle sechs Bodengänge geprüft werden, sondern auch der Weg von den Bogengängen zum Auge.
Im Gegensatz zur Kalorik oder zum Drehstuhl werden mit dem Kopf-Impuls-Test die Reaktion auf sehr schnelle Bewegungen (1-4Hz) untersucht.
Die sechs Bogengänge:


SHIMP-Test
SHIMP steht für Suppression Head Impulse Test. Er wird zusammen mit dem herkömmlichen vHIT gemacht und wird immer häufiger verwendet. Der SHIMP-Test wird klinisch eingesetzt, um zusätzliche Informationen bezüglich der VOR-Funktion zu bekommen. Er wird gleich wie der vHIT durchgeführt, mit dem entscheidenden Unterschied, dass nun die Augen nicht einen festen Punkt anvisieren, sondern einem Laserpunkt, der mit der Kopfbewegung mitgeht, fixieren. Menschen mit funktionierenden vestibulären Systemen müssen eine korrigierende Sakkade durchführen, um einem kopffixierten Ziel zu folgen, während eine Person mit einem vestibulären Problem dem Ziel folgen kann, ohne eine Sakkade zu machen, da sich ihre Augen mit dem Kopf bewegen und sie daher immer auf das Ziel schauen. Bei SHIMP zeigt daher eine Sakkade ein funktionierendes Vestibulärsystem an.
Es ist hilfreich, beide Tests bei jedem Patienten anzuwenden, da sie ergänzende Ergebnisse liefern. Zum Beispiel in Fällen, in denen vHIT allein schwer zu interpretieren ist (geringe Verstärkung), kann der SHIMP-Test helfen, festzustellen, ob das Vestibulärsystem funktioniert.
Ein Kopf-Impuls-Test kann auch klinisch am Patientenbett durchgeführt werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das menschliche Auge des Untersuchers nicht mal zuverlässig die sogenannten sichtbaren Sakkaden (engl. overt catch-up saccade) feststellen kann, also die Sakkaden, welche nach Abschluss der Kopfbewegung stattfinden. Die versteckten Sakkaden (engl. covert catch-up saccade), die während der Kopfbewegung stattfinden, sind von Auge noch schwieriger zu erkennen. Mit dem Video-Kopf-Impuls-Test sind sowohl die sogenannten sichtbaren, wie auch die versteckten Sakkaden sofort in der Graphik, sowie auch bei den berechneten Gain-Werten erkennbar. Beim Video-Kopf-Impuls-Test wird bei einer guten Software wie der EyeSeeCam auch angegeben, ob die Kopfbewegung genug schnell und im korrekten Winkel erfolgt ist. Beim Test am Patientenbett ist keine Kontrolle über die korrekte Geschwindigkeit und Auslenkung möglich. Sakkaden bei RALP und LARP-Tests sind von Auge fast nicht zu erkennen, hierfür ist in jeden Fall der Video-Kopf-Impuls-Test notwendig. Eine gute Software zeigt bei RALP und LARP auch an, ob der Winkel korrekt war. Der SHIMP-Test ist nur mit Systemen möglich, bei denen eine Brille verwendet wird, und die über diese Funktion verfügen. Der SHIMP-Test wird in der Praxis immer häufiger als Ergänzung zum vHIT eingesetzt.
Aus diesen hier genannten Gründen empfehlen wir den Einsatz der bewährten EyeSeeCam mit der komplett neuen Software Visual Eyes von Interacoustics.

- Sehr leichtes Brillengestell
- Messung aller sechs Bogengänge
- SHIMP-Test
- Hervorragender Augen-Tracker z.B. auch bei dunklen Augen oder in hellen Räumen verliert er die Pupille nicht, keine Artefakte
- Median Gain-Berechnungen zu drei verschiedenen Zeiten
- Gain- und Assymmetrie-Berechnungen
- Verrutschen der Brille ist in der Graphik erkennbar
- Kontrolle über die korrekte Durchführung des Tests bezüglich Winkelgeschwindigkeit und Auslenkwinkel
- Auswertung auf übersichtlichem EyeSeeSix Report
- Software Visual EyesTM
Wir empfehlen Ihnen für die Durchführung des Video-Kopf-Impuls-Tests die EyeSeeCam von Interacoustics.
Beispiel eines EyeSeeSix Reports:

-
Kurve von Kopf und Auge spiegeln sich, weder sichtbare noch versteckte Sakkaden erkennbar
-
Die drei Median Gain-Werte sind innerhalb Normwerte
-
Assymmetrie-Werte sind innerhalb Normwerte
Beispiel Normalbefund:

Wie bereits erwähnt, sind beim Video-Kopf-Impuls-Test sowohl die sichtbaren, wie auch die versteckten Sakkaden klar erkennbar.
Sind die Tests nach links in Ordnung, aber nach rechts treten Sakkaden auf, so liegt ein Problem mit dem rechten Ohr vor. Bei einer Bewegung werden zwar die Kanäle von beiden Ohren stimuliert, aber wenn der Kopf so schnell bewegt wird, testet man nur das Ohr, zu welchem die Bewegung geht.
Die meisten Patienten haben zuerst sichtbare Sakkaden, und wenn sie mit der Zeit gelernt haben damit umzugehen, entwickeln sich diese zu versteckte Sakkaden. Es gibt aber auch wenige Patienten, die immer nur sichtbare Sakkaden haben, oder die von Beginn an versteckte Sakkaden aufweisen.
Beispiel Versteckte Sakkaden:

In diesem Beispiel ist schön zu sehen, dass bei der Kopfauslenkung nach rechts versteckte Sakkaden (Sakkaden während der Kopfbewegung) auftreten. Diese sind von Auge, also ohne Videoaufnahme nur sehr schwierig zu erkennen. Der Gain ist nach rechts stark vermindert und eine klare Assymmetrie erkennbar.
Nach links ist der Test nicht pathologisch.
Bitte beachten Sie, dass diese Informationen allgemeiner Art sind und nicht ein kompletter Leitfaden zum Interpretieren aller möglichen Testergebnisse geboten wird. Die Messung muss in Verbindung mit weiteren medizinischen Untersuchungen interpretiert werden. DIATEC gewährt keine medizinische Richtigkeit bzw. Vollständigkeit. Genauere Informationen hierzu finden Sie in der einschlägigen Fachliteratur bzw. fragen Sie einen ORL-Spezialisten.

