Mit der Video-Nystagmographie können verschiedenste Untersuchungen durchgeführt werden. Dabei werden die Pupillenbewegungen aufgezeichnet und somit Nystagmen erkannt. Einer der bekanntesten Tests ist die Kalorik. Aber auch das Auftreten von Nystagmen in bestimmten Positionen oder bei vorgegebenen Manövern wird dabei untersucht. Viele Tests finden mit geschlossenem Brillendeckel, also in Dunkelheit statt, so dass sich das Auge nicht in der Umgebung orientieren, fixieren oder ablenken kann. Zwischen den einzelnen Tests muss der Brillendeckel entfernt werden, da dies angenehmer für den Patienten ist, er sich erholen kann und nicht zu stark schwitzt.

Bei der Video-Okulographie wird der Brillendeckel entfernt und ein optischer Stimulus eingesetzt und wiederum die Pupillenbewegung aufgezeichnet. Beim Test darf der Kopf jeweils nicht bewegt werden, sondern nur die Augen dürfen dem Stimulus folgen. Wir empfehlen die optisch stimulierten Tests binoculär durchzuführen.

Die Untersuchungen der Augenbewegungen sind in der Diagnose bei akuten vestibulären Beschwerden und auch bei der Unterscheidung zwischen peripheren und zentralen Läsionen sensitiver als die Magnetresonanztomographie.

Übersicht über die verschiedenen Tests

(ohne Drehstuhl-Prüfungen)

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Die VNG-Tests werden immer mit Spontannystagmus begonnen, da dieser alle weiteren Messungen beeinflussen kann. Beim Test blickt der Patient bei geschlossener Brille einfach geradeaus. Dabei wird untersucht, ob Spontannystagmen SPN auftreten. Durch Verwenden des Fixationslichts wird geprüft, ob Nystagmen unterdrückt werden können. Die Testzeit beträgt 60s. Werte über 6°/s gelten als pathologisch.

Pathologischer Befund Spontannystagmus (horizontal):

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Beurteilung von:

Auftreten von Nystagmen: Richtung, durchschnittliche Geschwindigkeit der langsamen Phase øGLP, Fixationsindex